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Taubheit oder Schwerhörigkeit ist kein Thema mehr

Ein Cochlea-Implantat eröffnet Fabian ganz neue Hörerlebnisse

Wuppertal, im März 2020

Ob hohe Töne oder tiefes Timbre – Musik ganz unterschiedlicher Art bestimmt das Leben des 15-jährigen Fabian: Seit drei Jahren spielt der talentierte Gymnasiast Klavier, vor allem klassische Musik wie Beethoven oder Mozart. In seiner Playlist finden sich zudem die neuesten Charts. Nicht mehr hören zu können, undenkbar. Doch genau das drohte Fabian.

Rund 15 Millionen Deutsche haben eine Hörminderung, so der Deutsche Schwerhörigenbund e.V. (DSB). Und einer von ihnen ist Fabian. Seit der zweiten Klasse trägt er deshalb Hörgeräte. Doch seine Hörfähigkeit nimmt ab. Um seinen Hörsinn zu erhalten, riet Professor Götz Lehnerdt, Chefarzt der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie an der St. Anna-Klinik, Fabian zu einer Operation. Genauer gesagt zu einem Cochlea-Implantat (CI). Denn während Hörgeräte Töne (Schallwellen) verstärken, werden bei einem CI die Hörnerven stimuliert.

Dazu wird im Schädelknochen hinter dem Ohr eine Empfangsspule befestigt. Durch eine kleine Öffnung wird der Elektrodenträger in die Hörschnecke (Cochlea) eingeführt. Die Elektroden reizen dann die Hörnerven im Innenohr mit elektrischen Impulsen. „Selbst hochgradig schwerhörige Patienten, taubgeborene Kinder oder durch einen Unfall Ertaubte können dank CI wieder hören“, erklärt Professor Lehnerdt. Der Begriff „taub", so der Mediziner weiter, habe dadurch seine Endgültigkeit verloren.
Dennoch war Fabian zunächst verunsichert. Wie sollen Elektroden das menschliche Gehör ersetzen? Aber eine Alternative hatte er nicht, da war der Zehntklässler realistisch. Im Sommer 2019 entschloß sich Fabian deshalb zur Operation bei Professor Lehnerdt. „Letztendlich ging es um die Frage hören oder nicht hören“, erinnert sich der junge Mann.

Das Bergische Hörzentrum Wuppertal (BHZW) in der St. Anna Klinik in Wuppertal ist auf die Behandlung von Hörstörungen spezialisiert. „Die Operation des Innenohrs erfolgt mikro-invasiv, per ‚Schlüsselloch-Technik‘“, erläutert der HNO-Spezialist. Alles verlief problemlos, so dass Fabian schon nach wenigen Tagen mit der Reha beginnen konnte. Die individuell angepasste Betreuung gewährleistete das Team aus medizinischen, audiologischen, technischen und therapeutischen Mitarbeitern. „Denn gerade bei einem Cochlea-Implantat ist der Erfolg auch von der kompetenten Betreuung in den Wochen nach der Operation abhängig“, so Professor Lehnerdt. Bis zur Erstanpassung des äußeren Teils des Implantats war Fabians operiertes Ohr taub. Der Sprachprozessor, den Fabian hinter seiner Ohrmuschel trägt, sendet seitdem Sprachsignale von außen an das Implantat in Fabians Kopf.

Sprachtherapie hilft hören
Den Moment, an dem das CI zum ersten Mal eingeschaltet wurde, wird Fabian wohl nie vergessen. „Abends hatte ich Klavierstunde“, erzählt er, „zum ersten Mal konnte ich auch die höheren Oktaven komplett hören. Das war großartig.“ Um den Höreindruck zu optimieren und das Hörvermögen schnell wiederzuerlangen, wurden die Einstellungen schrittweise auf Fabian abgestimmt. Dazu besuchte er für ein halbes Jahr einmal in der Woche eine ambulante Sprachtherapie. Zu Beginn musste der Teenager noch lernen, Geräusche zu filtern. Dabei halfen ihm verschiedene Hörübungen. „Wie schnell Cochlea-Implantierte ihr Hörvermögen wiedererlangen, ist individuell verschieden, abhängig von der Dauer der Taubheit, vom Alter des Patienten sowie Faktoren
wie Sprachgefühl und Musikalität“, erklärt Professor Lehnerdt. Fabian kam seine Leidenschaft für Musik also zugute.
Schnell stellten sich erste Fortschritte ein und ebenso schnell merkte Fabian, dass er mit dem CI besser hört als mit seinem Hörgerät. Die Bandbreite der Töne ist viel größer und auch Störgeräusche kann er jetzt besser ausblenden. Was er diesen Sommer macht? Was für eine Frage. „Natürlich mein zweites Ohr operieren lassen.“
 

Katrin Meyer

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