Durch die Gabe von Chemotherapien gelingt es bei vielen Patienten, eine Verbesserung der Heilungschance zu erreichen. Die Notwendigkeit ist abhängig vom Tumorstadium und von den Prognosefaktoren (siehe oben). Es gilt ganz allgemein, dass Chemotherapien die Prognose der Patientinnen mit Brustkrebs verbessern. Für jeden Fall wird individuell berechnet oder entschieden, ob eine Therapie sinnvoll ist. Die Nebenwirkungen, die Patienten fürchten, sind im allgemeinen nicht ganz so schlimm und lassen sich mit Medikamenten behandeln. Die intensive Zusammenarbeit mit und Anbindung an unser Brustzentrum ermöglicht eine Optimierung der Therapien und die Hilfestellung bei Problemen. Wir arbeiten mit einfühlsamen Friseurinnen und Kosmetikerinnen zusammen, die ihnen bei jeder Frage zu ihrer Kosmetik helfen können. Auch die Organisation der Behandlung in Studien ist ein weiterer Vorteil für jede Patientin.
Die Behandlungen werden im Abstand von 2, 3 oder 4 Wochen jeweils an nur einem Tag ambulant durchgeführt. Danach haben die Patienten 2 bis 4 Wochen Pause. 4 bis 6 solcher Therapie-Zyklen ergeben eine Gesamtdauer der Chemotherapie von 3 bis 6 Monaten.
Eine Besonderheit ist diese Chemotherapie vor einer geplanten Operation. Sie hilft den Tumor zu verkleinern und auch oft, die Brust zu erhalten. Wesentlich ist auch, dass der behandelnde Arzt feststellen kann, ob die Medikamente überhaupt wirken. Das sieht man an der Verkleinerung des Tumors. Eine Reihe von Patientinnen profitiert von der Reihenfolge, erst die Chemotherapie und dann die Operation, erheblich. Eine ausführliche Beratung wird ihnen hierzu immer angeboten.
Den Ärzten stehen heute eine Reihe von Medikamenten zur Verfügung, die hormonempfindliche Tumorgewebe angreifen. Brustkrebszellen sind häufig mit Gegenhormonen angreifbar. Der Nutzen einer solchen Therapie kann vorbeugend sein. Dann therapiert man zur Senkung des Rezidivrisikos nach der Operation oder Chemotherapie auf die Dauer von 5 Jahren oder man bekämpft tatsächlich erkanntes Tumorgewebe, z.B. bei einer Metastasierung. Die Wirksamkeit dieser Behandlung ist sehr hoch und wird breit genutzt. Die Nebenwirkung sind eher gering und nicht vergleichbar mit einer Chemotherapie.