Eine Analfissur ist ein schmaler Riss in der empfindlichen Haut innerhalb des Anus und verursacht Schmerzen und/oder Blutungen.
Die typischen Symptome einer Analfissur sind extreme Schmerzen während der Stuhlentleerung und hellrotes Blut auf dem Stuhl. Viele Patienten versuchen, die Stuhlentleerung auf Grund der Schmerzen zu vermeiden.
Ein harter und trockener Stuhlgang kann einen Riss innerhalb der Analhaut hervorrufen, welcher dann in eine Fissur mündet. Andere Ursachen von Fissuren sind Durchfall und Entzündungen der Afterregion und des unteren Mastdarms. Analfissuren können akut oder chronisch sein. Eine akute Fissur hängt meistens mit veränderten Stuhlgewohnheiten zusammen, während eine chronische Fissur entweder durch seltene Stuhlentleerung, hohen Schließmuskeldruck oder mit einem anderen medizinischen Problem zusammenhängt.
Eine akute Fissur wird nicht operativ behandelt und heilt in 90 % aller Fälle ohne Eingriff aus. Die Stuhlentleerungsgewohnheiten werden verbessert mit einer faserreichen Diät sowie der Anwendung von Quellstoffen, Stuhlweichmachern und vermehrter Flüssigkeitsaufnahme, um eine Verstopfung zu vermeiden und eine weiche und geformte Stuhlsäule zu erreichen. Warme Sitzbäder für 10 – 20 Minuten mehrmals am Tage verbessern die Entspannung des Schließmuskels. Gelegentlich können bestimmte Salben, Medikamente angewandt werden.
Eine chronische Fissur (Beschwerdedauer mehr als ein Monat) kann eine zusätzliche Behandlung erforderlich machen. In Abhängigkeit vom Aspekt der Fissur können andere medizinische Probleme, wie z.B. chronisch entzündliche Darmerkrankungen oder Infektionen, zu Grunde liegen, so dass hier entsprechende Untersuchungen durchgeführt werden sollten. Eine Druckmessung des Schließmuskels ist erforderlich, um festzustellen, ob der Druck im Analkanal zu hoch ist.
Eine Analfissur, die auf eine konservative Behandlung nicht anspricht, sollte erneut untersucht werden, um die Ursachen für die fehlende Heilung zu entdecken. Die Gründe hierfür können ein ausgedehntes Narbengewebe oder ein deutlich erhöhter Muskeltonus des inneren Schließmuskels sein. Falls es weiterhin zu Beschwerden im Sinne von Schmerzen und Blutungen kommt, kann eine chirurgische Intervention erforderlich sein.
Die Operation einer Analfissur ist in der Regel ein kleiner Eingriff, bei dem die schlecht heilende, narbig veränderte Wunde bis hin zur gesunden Muskelschicht ausgeschnitten wird. Bei extrem erhöhtem Muskeltonus kann eine vorsichtige Einkerbung des inneren Schließmuskels den Druck vermindern und die Heilung verbessern, ohne Einschränkung der Stuhlhaltefunktion.
Vollständige Heilung tritt in wenigen Wochen ein. Die akuten Schmerzen sollten in der Regel nach wenigen Tagen nachlassen.
Mehr als 90 % der Patienten sind nach dem Eingriff ihr Leben lang beschwerdefrei. Falls die Probleme wieder auftreten, sollte eine erneute Untersuchung durch den Koloproktologen stattfinden.
Nein! Jedoch müssen andauernde Beschwerden sorgfältig untersucht werden, da andere Erkrankungen als Analfissuren ähnliche Symptome verursachen können.