St. Anna-Klinik

Wuppertaler Zentrum für HNO-Tumore

Liebe Patientinnen und Patienten,

wir im Wuppertaler Zentrum für HNO-Tumore möchten Ihnen die bestmögliche Behandlung für Ihre Tumorerkrankung zukommen lassen und Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die Diagnose einer Krebserkrankung löst zunächst verständlicherweise Sorgen aus und es stellen sich viele Fragen. Einige dieser Fragen möchten wir Ihnen gerne auf den folgenden Seiten beantworten. Um Ihnen optimal helfen zu können, empfehlen wir Ihnen natürlich die persönliche Beratung bei uns.

Es grüsst Sie herzlich,

Ihr Prof. Dr. Götz Lehnerdt und das ganze Team der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie

 

Was ist ein Tumor?

Geschwülste im menschlichen Körper werden in gutartige und bösartige Tumore eingeteilt. Eine gutartige Geschwulst wächst nur an Ort und Stelle ohne in den Körper zu streuen. Bösartige Tumore („Krebs“) können hingegen in das umgebende Gewebe einwachsen und in den umgebenden Lymphknoten und in den anderen Organen des Körpers Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, bilden.

Was sind die häufigsten bösartigen HNO-Tumore?

Die Tumore des HNO-Fachgebiets werden auch als Kopf-Hals-Tumore bezeichnet. Dies sind Tumore des oberen Atem- und Speiseweges wie der Mundhöhle, des Rachens, des Schlundes und des Kehlkopfes. Sie machen etwa 5% aller Krebserkrankungen aus. Überwiegend handelt es sich dabei um sogenannte Plattenepithelkarzinome. Der Begriff bedeutet, daß der Tumor von der obersten Schicht der Schleimhaut („Plattenepithel“) ausgeht.

Für die Entstehung dieser Krebserkrankungen sind starker Alkohol- und Nikotingenuss die häufigsten Faktoren. Zum Teil können sie aber auch durch bestimmte Viren wie das humane Papilloma-Virus (HPV) ausgelöst werden. Am häufigsten sind Männer im Alter von über 50 Jahren betroffen, der Anteil an Frauen an unseren Tumorpatienten nimmt aber stetig zu. Ebenfalls zum HNO-Bereich gehören die Tumore der Nase und der Nasennebenhöhlen, der Speicheldrüsen, der Ohren sowie der Schädelbasis. Hier gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Gewebetypen mit unterschiedlichen Entstehungsursachen.

Was sind die häufigsten Hauttumore im Gesicht?

Die operative Behandlung bösartiger Hauttumore im Gesicht gehört ebenfalls zu unseren Schwerpunkten. Die Diagnose dieser Tumore erfolgt in der Regel durch den Hautarzt. Das Basalzellkarzinom (Basaliom) wächst lokal zerstörend, streut jedoch so gut wie nie. Langjährige Sonneneinstrahlung ist das Hauptrisiko für das Auftreten dieses Tumors. Er tritt daher bevorzugt im Gesicht und im höheren Lebensalter auf. Das seltener auftretende spinozelluläre Karzinom (Spinaliom) hat das gleiche Risikoprofil. Im Gegensatz zum Basalzellkarzinom kann das Spinaliom Metastasen bilden. Der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom) kann auch in jüngeren Jahren auftreten. Auch bei diesem zählt die UV-Strahlung zu den Risikofaktoren. Da das maligne Melanom zur Metastasierung neigt, ist die frühzeitige vollständige Entfernung besonders wichtig.

Was tut man bei Verdacht auf einen Tumor im HNO-Bereich?

Beim dem ersten Kontakt mit Ihnen legen wir besonderen Wert auf eine ausführliche Beratung in einem persönlichen Gespräch und eine eingehende HNO-ärztliche Untersuchung durch unsere ärztlichen Mitarbeiter. Danach folgen weiterführende Untersuchungen, beispielsweise Ultraschall, Computer- und/oder Magnetresonanztomographien der Kopf-Hals-Region, des Brust- und Bauchraums. Das alles gibt Hinweise auf die Ausdehnung und die genaue Lage des Tumors sowie auf mögliche Streuherde. Abhängig von der Art und der Lage des Tumors gewinnen wir in örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose eine Gewebeprobe, um eine Diagnose zu stellen. Bei kleineren Hauttumoren kann die Gewebsprobe entfallen, stattdessen wird die Veränderung komplett entfernt und ggf. noch während des Eingriffs eine Probe zur Untersuchung entsandt. Im Rahmen unserer Tumorkonferenz besprechen wir Ihren Fall mit den Kollegen der Strahlentherapie, Onkologie, Radiologie, Pathologie und ggfs. weiteren Disziplinen alle Befunde und erstellen einen individuellen Therapievorschlag, den wir mit Ihnen besprechen.

Wer behandelt mich im Wuppertaler HNO-Tumorzentrum?

Die Diagnostik und Behandlung von HNO-Tumoren ist sehr komplex geworden. Die beiden wichtigsten Standbeine der Behandlung der Kopf-Hals-Tumore sind die Operation und die Bestrahlung. Die Operationen werden in der HNO-Klinik der St. Anna-Klinik durchgeführt. Der Chefarzt Prof. Götz Lehnerdt war während seiner Essener Zeit Koordinator am deutschlandweit größten Kopf-Hals-Tumorzentrum (Universitätsklinikum Essen) und hat umfassende Erfahrung in der Auswahl der besten Behandlung für Sie und in der chirurgischen Behandlung der HNO-Tumore. Prof. Lehnerdt und seine Oberärzte wissen um die lebenswichtige Bedeutung, die ein solcher Eingriff für Sie hat.

Bestrahlungen werden in unmittelbarer Nähe des Petruskrankenhaus in einer der modernsten Strahlentherapien Deutschlands durchgeführt (Leitung Fr. Dr. Funk, Radprax), unter anderem unter Nutzung einer neuartigen Methode zur Schonung von gesundem Gewebe (IMRT). Eine medikamentöse Behandlung (Chemotherapie) kann begleitend sinnvoll sein. Diese erfolgt unter der erfahrenen Leitung des Chefarztes der Hämato-Onkologie Dr. Sandmann. Welche der Therapieformen für den Patienten am besten ist, hängt von der Lage und Größe des Tumors sowie von möglichen Streuherden ab, aber auch von Faktoren wie Ihrem Allgemeinzustand und Ihren Wünschen. Uns ist es wichtig, dass wir keine Behandlung „von oben herab“ diktieren, sondern wir wollen, dass Sie, der Patient, die Behandlung und mögliche Alternativen verstehen und die Therapieentscheidung mit tragen. Dies ist unsere Vorstellung von einem modernen und vertrauensvollen Arzt-Patienten-Verhältnis. In unserem Klinikverbund erfolgt die gesamte Behandlung von der Diagnostik über die Therapie bis hin zur Reha-Maßnahme in einer Hand.

Muss ich operiert werden?

Tumorchirurgie ist der Überbegriff für operative Behandlungen von gut- und bösartigen Tumoren. Viele, aber nicht alle Tumore können mit Operationen erfolgreich entfernt werden. Dies hängt unter anderem von der Art des Tumors und vom Tumorstadium ab. Die notwendige Unterscheidung in gut- oder bösartig und die Entfernung kann in einer Spiegelung (minimal-invasiv, endoskopisch) oder in einer offenen Operation geschehen. Daneben können weitere Operationsmaßnahmen wie z.B. die Entfernung von Lymphknoten oder die Rekonstruktion von Strukturen notwendig sein. Bei jeder einzelnen Operation wägen wir sorgfältig ab, ob die Schwere des Eingriffs und der Nutzen für Sie in einem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen, und ob eine Operation oder eine nicht-operative Therapie der beste Behandlungsweg für Sie ist. Für Ihre Überwachung nach einer Operation steht uns in der HNO-Klinik eine eigene Intensivstation zur Verfügung, um eine optimale Versorgung zu gewährleisten. Die ggf. erforderliche Behandlung durch andere Fachdisziplinen, z.B. Innere Medizin und Chirurgie, ist durch unseren großen Klinikverbund ebenfalls ständig gewährleistet.

Wann kann eine wiederherstellende Operation für mich wichtig sein?

Bei allen Tumor-Operationen haben wir zwei Ziele: erstens den Tumor vollständig zu entfernen und zweitens das betroffene Organ (z.B. Zunge, Gaumenbogen, Kehlkopf) möglichst weitgehend zu erhalten. Ist doch ein ausgedehnter Eingriff nötig, können Organteile, zum Beispiel Teile des Gaumens oder der Zunge, aus körpereigenem Gewebe wieder aufgebaut werden (Fachbegriff Rekonstruktion), in der Regel im gleichen Eingriff wie die Tumorentfernung. Diese komplexen Operationen sind ein besonderer Kompetenzschwerpunkt unserer Klinik. Ziel der rekonstruktiven OP-Techniken ist es, die Erholung der Organfunktion zu unterstützen, damit Sie so schnell wie möglich zu einem normalen Leben zurückkehren können. Bei Tumoren der Gesichtshaut und der darunter liegenden Gewebeschichten kommen die Prinzipien der plastischen Chirurgie zum Einsatz. Zur Erzielung ästhetisch günstiger Ergebnisse nach Tumorentfernung werden die Narben, soweit möglich, in die natürlichen Hautfalten gelegt. Während kleine Hauttumoren in der Regel ambulant entfernt werden können, kann für größere Rekonstruktionen ein stationärer Aufenthalt notwendig sein.

Was kann man bei sehr fortgeschrittenen Tumoren tun?

Trotz modernster Therapiemöglichkeiten gibt es Fälle, in denen eine Heilung nicht möglich ist. Hier steht für uns die Linderung der Beschwerden im Vordergrund. Tumorverkleinernde Operationen können in solchen Fällen eventuell eine Lebensqualitätsverbesserung erbringen. Wir wissen, dass unter den größten Sorgen von Tumorpatienten das Gefühl der Hilflosigkeit und die Angst vor Schmerzen sind. Dementsprechend wichtig sind eine ausreichende Schmerzbehandlung und alle weiteren unterstützenden Maßnahmen, die ein menschenwürdiges Leben ermöglichen. Auch diese sogenannte palliative Behandlung gehört zu unserem Leistungsspektrum.

Wer betreut mich sonst noch?

Wichtig für eine erfolgreiche Behandlung ist, dass Sie sich bei uns gut aufgehoben fühlen. Dafür spielt die pflegerische Betreuung durch unsere erfahrenen Krankenschwestern- und Pfleger eine wichtige Rolle. Bei Bedarf werden Sie während der Behandlung in der St. Anna-Klinik auch von unseren Physiotherapeuten auf Ihrem Krankenzimmer behandelt. Sie helfen Ihnen, nach der Operation rasch wieder „auf die Beine“ zu kommen. Auf Wunsch können Sie zusätzlich psychologisch und/oder seelsorgerisch begleitet werden. Bei Fragen zu Rehabilitationsanträgen, Beantragung von Krankentagegeld und ähnlichem steht Ihnen unsere Diplom-Sozialpädagogin Frau Brandt vom Sozialdienst zur Seite. Frau Brandt hilft Ihnen auch bei der Beantragung und Organisation einer Reha-Maßnahme, damit Sie sich nach der Tumorbehandlung schnell wieder erholen.

Was sind unsere Ziele für Ihre Behandlung?

Unsere Ziele für Ihre Behandlung sind:

  • eine medizinisch hochkompetente Behandlung durchzuführen, die die bestmögliche Heilungschance bietet
  • dass Sie die Behandlung und den Verlauf zu jedem Zeitpunkt verstehen und nachvollziehen können
  • dass Sie die Perspektive haben, wieder in ein „normales Leben“ zurückzukehren
  • Sie bei organisatorischen und sozialrechtlichen Fragen zu unterstützen
  • Schmerzfreiheit zu ermöglichen
  • dass Sie sich bei uns gut aufgehoben fühlen.

Leistungsspektrum des Zentrums für HNO-Tumore

Unser Leistungsspektrum beinhaltet:

  • Endoskopie des oberen Atem- und Speiseweges zum Ausschluss oder Sicherung von gut- und bösartigen Tumoren
  • modernste radiologische Diagnostik einschließlich PET-CT
  • minimal-invasive organerhaltende Laserchirurgie des Kehlkopfes und des Schlundes
  • Entfernung auch ausgedehnter Tumore im Kopf-Hals-Bereich, falls erforderlich post-operative Versorgung auf eigener Intensivstation
  • Vorstellung sämtlicher Fälle in der interdisziplinären Tumorkonferenz mit HNO-Heilkunde, Strahlentherapie, Hämato-Onkologie, Pathologie, und ggf. weiteren Disziplinen
  • operative Rekonstruktion von Teilen der Mundhöhle, der Zunge, des Rachens, des Schlundes mittels freier und gestielter Gewebelappen von Brustmuskel, Unterarm, Rückenmuskel, Oberschenkel und ggf. anderen Körperregionen
  • operative Behandlung von Tumoren der Gesichts- und Halshaut (weißer Hautkrebs, schwarzer Hautkrebs), mikrographisch kontrollierte Entfernung und intra-operativer Schnellschnitt
  • Besondere Expertise bei der plastisch-ästhetischen Rekonstruktion kleiner und grosser Gesichtsdefekte
  • modernste Bestrahlungsbehandlung (adjuvant, primär-kurativ oder palliativ) mit Rapid-Arc-Technologie, IMRT, IGRT, Atemtriggerung und integriertem CT zur Lagerungskontrolle
  • state-of-the-art Chemotherapie einschliesslich Einsatz von Antikörpertherapie (Cetuximab)
  • begleitende Physiotherapie
  • falls erforderlich psychoonkologische Begleitung
  • falls erforderlich ernährungsmedizinische Beratung
  • Beratung und Hilfe bei der Regelung sozialrechtlicher Aspekte sowie bei der Organisation einer Reha-Maßnahme durch unseren Sozialdienst
  • falls gewünscht Hilfe bei der Raucherentwöhnung durch entsprechendes Therapieprogramm im Petrus-Krankenhaus


Am Wuppertaler Zentrum für HNO-Tumore beteiligte Disziplinen und ihre Leiter:

HNO, Kopf- und Halschirurgie
Prof. Dr. Lehnerdt - Leiter des Zentrums
(St. Anna-Klinik)

Zentrum Strahlentherapie
Dr. Annette Vogt
(Radprax)

Hämatologie-Onkologie
Dr. Matthias Sandmann
(Petrus-Kranknhaus)

Pathologie
Prof. Dr. Stephan Störkel
(Institut für Pathologie)

Physiotherapie
Melanie Niggemeier
(St. Anna-Klinik/RTZ)

Ernährungsmedizinische Beratung
Susann Opitz-Gersch
(Petrus-Krankenhaus)

 

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